Schachfreunde Essen-Werden 1924/80 e.V.

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Aktuelles von den Schachfreunden Essen-Werden

Symphonie mit dem Paukenschlag

Nach dem unerwarteten und sensationellen Aufstieg der 3. Mannschaft letztes Jahr aus der Verbandsbezirksliga und dem Weggang unseres Freundes und Mannschaftskapitäns Dirk Brixius, den es in seine „alte“ Heimat zog, warfen wir einen Blick in die „neue“ Liga. Uns war schnell klar, um in der deutlich stärkeren Verbandsklasse bestehen zu können, brauchen wir einen Neuanfang. Und so nahmen wir unser Spitzenbrett der 3. Mannschaft Stephan Blank und den zuletzt in der 2. Mannschaft etwas unglücklich agierenden Autor dieser Zeilen und Spieler der 1. und 2. Jugendmannschaft. Damit hatten wir einen Kader von 10 Spielern (Clara hatte sich ja für ein ganzes Jahr nach Japan verdrückt). Ziel war natürlich der Klassenerhalt. Aber verstecken wollten wir uns auch nicht und so mischten wir von der 1. Runde an in der Liga gut mit. Interessanter Weise konnte sich kein Team in der Saison absetzen. Viele knappe Ergebnisse zeigten, dass die Liga doch recht ausgeglichen war und jedes Team zwischendurch auch mal „stolperte“. Uns gelang es auf jeden Fall schon früh einiges an Mannschaftspunkten einzusammeln. Und so war nach der Halbzeit eigentlich schon klar, der Abstieg sollte kein Thema sein. Im Gegenteil nach unserer Niederlage gegen den Ligafavoriten Horst Emscher in Runde 3 konnten wir langsam aber stetig wieder zur Spitzengruppe aufschließen.

Die Tabellensituation vor der letzten Runde war, wenn man genau hinsah, schon außergewöhnlich. Unna sah wie der sichere Sieger aus. Allerdings mussten sie in der Schlussrunde gegen Bochum 31 antreten. Der „schlafende“ Riese war nach der 7. Runde von der drohenden Abstiegsgefahr wach geworden und hatte Eichlinghofen in der 8. Runde mit 7,5 : 0,5 von den Brettern gefegt. Da das aber nicht für den Klassenerhalt reichte, musste auch Unna mit einer starken Bochumer Mannschaft rechnen. Wir mussten nach Osterfeld. Die Oberhausener, die die Tabelle von Runde 1 – 6 angeführt hatten, waren nach zwei Niederlagen auf den 4. Platz abgerutscht. Ihre Aufstiegschancen waren nur noch theoretischer Natur, denn der Drittplatzierte Horst-Emscher hatte mit den bereits abgestiegenen Katernbergern, dass vermeintlich leichteste Los. Das Liga Orakel sah die Aufstiegschance vor der Runde in etwa so: Unna 90%, Werden 30%, Horst-Emscher 50% und Osterfeld 1%.

Showdown – Der Tag der Wahrheit war gekommen. Wie eigentlich immer in dieser Saison konnten wir auch dieses Mal wieder aus dem Vollen schöpfen. 9 unserer 10 Spieler waren einsatzbereit. Wir stellten uns auf einen harten Kampf ein. Erst letzte Saison konnte unsere 2. Mannschaft hier nur mit Mühe ein 4 : 4 holen. Der Kampf ging gut los. Die Osterfelder mussten auf ihr Spitzenbrett verzichten und alle anderen rückten dadurch auf. Bereits in der Eröffnungsphase konnte Lian seinen jungen Gegner stark unter Druck setzten. Ein Figurengewinn war die Folge. Der Gegner wehrte sich noch eine Weile. Aber nach einigen Vereinfachungen war das materielle Übergewicht so groß, das dieser die Waffen streckte. Drehte man eine Runde, sah es eigentlich überall ganz ordentlich aus. Als nächstes ging dann die Partie von Boris zu Ende. Die Partie an sich sah für mich die ganze Zeit nach leichtem Vorteil für Boris aus. Ein Damenendspiel mit jeweils einer Leichtfigur und gleicher Anzahl Bauern. Wieso die Partie auf einmal vorbei war, habe ich gar nicht mitbekommen. Aber das wichtigste Boris hatte gewonnen. 2 : 0. Kurz danach konnte ich dann meinen Anteil beisteuern. Mein Gegner wählte einen „seltenen Franzosen“ mit Weiß und erlaubte es mir, frühzeitig die Initiative zu ergreifen. In der Folge gelang es mir den gegnerischen König in der Mitte zu halten und die Figurenentwicklung zu stören. Als der Druck auf den König dann so groß wurde, dass Materialverlust unvermeidbar war, streckte er die Waffen. In der Zwischenzeit hatte sich auch entscheidendes an Brett 1 getan. Collin hatte ausgangs der Eröffnung eine Qualität gegeben und dafür Spiel gegen den König bekommen. Als ich nach meiner Partie wieder schaute, hatte Collin daraus ein gewonnenes Leichtfigurenendspiel gezaubert. Als dann Collins h-Bauer unaufhaltsam zur Dame lief, stellte der Gegner die Gegenwehr ein. 4 : 0 und auf den verbliebenen Brettern, sah es ebenfalls gut aus. Caissa war an diesem Wochenende eindeutig eine Werdenerin! Eva hatte ausgangs der Eröffnung die Initiative übernommen und machte mit dem Läuferpaar und Raumvorteil am Königsflügel ordentlich Druck. Stephan nahm bei entgegengesetzten schon frühzeitig den gegnerischen Königsflügel ins Visier. Irgendwann konnte er dann eine Qualität gewinnen und den Angriff aufrechterhalten. Das sah sehr gut aus. Hendrik hatte Entwicklungsvorteil aus der Eröffnung mit ins Mittelspiel genommen. Nachdem der Gegner es versäumte ein Turmpaar im Zentrum zu tauschen, konnte er einen gefährlichen Königsangriff starten. Die Stellung roch nach Matt, allerdings machte mir Hendriks Zeitnot etwas Sorgen. Alex war mit Vorteil aus der Eröffnung gekommen, muss aber einmal mächtig danebengegriffen haben. Denn zwischendurch hatte er mit einem Minusbauern und schlechterer Stellung zu kämpfen. Nun aber stand da ein Endspiel Dame, Turm, ungleiche Läufer und jeweils 4 Bauern und Alex Dame schien in die Königsstellung einzubrechen. Ich ging dann erst einmal den Zwischenstand nach Werden melden, wo man wohl schon gespannt auf eine Nachricht wartete. Als ich dann wieder im Spiellokal war, hatte Henrik bereits den Siegtreffer erzielt. Trotz Zeitnot spielte er alles sehr genau und so hätte der Gegner das Matt nur unter großen materiellen Verlusten vermeiden können und das wollte er sich aber nicht zeigen lassen. Wir waren noch nicht weit bei der Analyse von Hendriks Partie gekommen, da stand Stephan in der Tür. Sein Angriff auf die gegnerische Königsstellung forderte beim Gegner weitere Materialverluste. 6 : 0. Ca. 15 min später war es dann auch bei Eva vorbei. Eine wirklich starke Vorstellung. Sie hatte die gesamte Partie über ihren Gegner in die Defensive gezwungen. Ihm nach und nach die Luft abgeschnürt, bis dieser den Durchbruch am Königsflügel nicht mehr verhindern konnte. 7 : 0. Unglaublich. Nun spielte nur noch Alex. Und für mich sah auch das nach einer Gewinnstellung aus. Aber irgendwie klappte das nicht und so einigten sie sich auf Remis. Zu unserem Erstaunen meinte die Engine, dass die Stellung ausgeglichen war.

7,5 : 0,5! Wollen wir uns mal nicht beschweren! Nach einer tollen harmonischen Saison ein echter „Paukenschlag“ zum Finale. Sorry Ligaorakel – das war wohl nix!

Dass das am Ende sogar noch zum Staffelsieg reichte, damit hatte keiner von uns gerechnet und war am Ende natürlich noch das I-Tüpfelchen oben drauf.

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Die Schachfreunde Essen-Werden

Die Schachfreunde Essen-Werden sind der größte Schachverein in Essen und blicken auf über 100 Jahre Tradition zurück.

Mit einem lebendigen Vereinsleben, spannenden Turnieren und regelmäßigen Spielabenden bieten wir Schachbegeisterten eine starke Gemeinschaft.

Besonders unsere Jugendarbeit liegt uns am Herzen – wir fördern junge Talente und begleiten sie auf ihrem Weg im Schachsport. Werde Teil der Schachfreunde Essen Werden und erlebe Schach in bester Gesellschaft!